Beim Namen nennen

Beim Namen nennen 2026 – Interreligiöses Gedenken zum Weltflüchtlingstag
Zum Weltflüchtlingstag veranstaltet eine interreligiöse Projektgruppe mit Dutzenden von freiwillig Engagierten eine 24-stündige Gedenkfeier für die zehntausende Menschen, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Alle zwei Jahren findet die Aktion «Beim Namen nennen» in der grossen Form statt mit dem Lesen und Schreiben der Namen Verstorbener auf Stoffstreifen und dem Aufhängen der beschrifteten Stoffstreifen rund um die Laurenzen-Kirche und in der Kathedrale. In den Jahren dazwischen werden neu registrierte Namen und die Schicksale auf Stoffstreifen geschrieben. Die Aktion findet in mehreren Städten in der Schweiz und in Deutschland statt.

Gegen das Vergessen

Menschen flüchten vor Krieg, Vertreibung und Unterdrückung
Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil dort Krieg herrscht, es gewaltsame Konflikte gibt, sie verfolgt werden oder sie allgemein unter lebensbedrohlichen Bedingungen leben. Aktuell sind ca. 122 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten finden Schutz im eigenen Land (intern Vertriebene) oder Aufnahme in einem Flüchtlingscamp im Nachbarland.

Tödliche Fluchtwege und Abbau des Asylrechts
Aufgrund des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS), welches Mitte Juni 2026 mit neuen Verschärfungen in Kraft tritt, gelangen immer weniger Geflüchtete in Binnenländer wie die Schweiz oder Deutschland. Dafür steigt die Zahl der Menschen, die auf immer gefährlicheren Fluchtwegen nach Europa ums Leben kommen. Sie sterben in seeuntüchtigen Booten auf dem Mittelmeer, ersticken in Lastwagen, verhungern in der Wüste oder bleiben schwer verletzt im Grenzgebiet an der europäischen Aussengrenze im Wald liegen. Das Mitte Juni 2026 in Kraft tretende gemeinsame europäische Asylsystem verstösst elementar gegen die Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951.

Gegen das Vergessen
Mit der Aktion «Beim Namen nennen» erheben wir gegen diese menschenverachtende Politik unsere Stimme und trauern öffentlich. Vor allem möchten wir an alle Menschen erinnern, die oft namenlos gestorben sind und nirgends beerdigt wurden. Ihre Familien und Nahestehende trauern dennoch um sie. Eltern verloren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Das darf so nicht weiter gehen. Es ist ein Skandal, den wir beklagen und durch das Lesen der Namen und die Nennung der Begleitumstände ihres Todes öffentlich machen.
Mit der diesjährigen Petition fordern wir die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dazu auf, wenigstens jene Menschen, die bereits in der Schweiz sind, nicht in Länder auszuschaffen, wo ihnen widrige Lebensumstände drohen und ihre elementaren Menschenrechte nicht gewährt sind. Die Schweiz soll selbst auf ihr Asylgesuch eintreten und ihnen Schutz gewähren.

Wir setzen uns für die Menschenrechte aller ein, denn diese sind unteilbar. Wir fordern die europäischen Staaten auf, sich an die Grundrechte zu halten und das individuelle Recht auf Asyl nicht ausser Kraft zu setzen. Mach mit, setze ein Zeichen für Recht und Menschlichkeit

Die Projektpartner - Herzlichen Dank

Religionsgemeinschaften und kirchliche Organisationen
Katholisch St.Gallen
Reformierte Kirchgemeinden St.Gallen Tablat, Centrum und Straubenzell
Katholische Pfarrei Appenzell
Islamische Gemeinschaft El-Hidaje
Zen-Zentrum im grünen Ring
Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Reformierte Kantonalkirche St. Gallen
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen SG/AI/AR (ACK)
Caritas St. Gallen-Appenzell
HEKS Ostschweiz
Ökumenischer Gönnerverein St. Gallen
NGOs und Stadt
Amt für Gesellschaftsfragen der Stadt St.Gallen
Solinetz Ostschweiz
Solihaus St. Gallen
Sans-Papiers Anlaufstelle St.Gallen
Stiftungen
Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer-Stiftung
Otmar Stiftung St. Gallen
Lienhardt Stiftung
Straubenzellerfonds
Firmen
acrevis Bank
Koster AG Holzwelten

Gedenkmöglichkeiten 2026

Donnerstag, 11. Juni, 18 Uhr » Einweihung Kunstdenkmal
Samstag, 20. Juni, 11.30 Uhr
Cercle de silence auf dem Klosterplatz
Samstag/Sonntag, 20./21. Juni, 12 – 12 Uhr
Beim Namen nennen in der Kathedrale und in/um die Kirche St. Laurenzen, 9000 St. Gallen

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Medien

Beim Namen nennen 2024
2024 haben zahleiche Helfende die Holzvorrichtung rund um die Kirche St.Laurenzen aufgerichtet, Schicksale aufgeschrieben, Namen Verstorbener verlesen. Die Aktion war ein grosser Erfolg.
» Bericht St.Galler Nachrichten

Leider ging rund ein Drittel der Stoffstreifen verloren, weil in einer Nacht die Vorrichtung stürzte. Ob vorsätzlich oder fahrlässig: Die interreligiöse Projektgruppe liess sich davon nicht herunterziehen und fand eine Lösung: die Stoffstreifen werden im Friedhof Feldli kremiert und bei einem Mahnmal der Erde übergeben.

» Bericht Vandalen «St.Galler Tagblatt»

Beim Namen nennen national
Die Aktion findet schweizweit statt. Hier geht es zur nationalen » Website

» Beim Namen nennen auf Youtube

» Beim Namen nennen - Podcast auf Spotify