Eindrücke von unserer 24-stündigen Aktion «Beim Namen nennen»

Beim Namen Nennen 4 (Foto: Birke Müller)
Beständig sind Menschen zum Schreiben und auch zum Namensfähnchen-Aufhängen da gewesen.
Eine betagte Dame ist nachts mit dem Taxi gekommen, um den Lese-Törn um 2 Uhr nachts (!) zu übernehmen. Beeindruckend.
Die Namen und die dazu gehörenden knappen Informationen zu schreiben, zu lesen, zu hören – das ging unter die Haut, tat weh, lässt einen verzweifeln – und wütend werden.
Wenn da steht: «am X.Y.ZZZ starb ein 18 Mon. altes Mädchen aus Eritrea. Es verhungerte auf dem Meer, die Eltern warfen die Leiche über Bord.» Wenn man sich nur für eine halbe Minute in die Situation, in die Eltern hinein versetzt … und beim nächsten Namen wieder ….

Mein Kollege Chika Uzor hat nachts eine Mail bekommen, von einem Kirchbürger: So eine Aktion ginge nicht, Kirche solle sich bitte aus der Politik heraus halten.

Am 6. Juni haben wir einen ergreifenden, sehr dichten Gottesdienst gefeiert, in dem Schmerz, Wut und Hoffnung zur Sprache kamen – und die gemeinsame Überzeugung: Wenn Kirche sich aus diesem zum Himmel schreienden Unrecht heraus hält und keine Worte dafür findet, dann werden die Steine an unserer Stelle zu Gott schreien.

«Ich bin froh, dass das Tablat etwas dazu beiträgt, zum Nicht-Schweigen, indem wir unites4rescue, aber auch dieses Aktion selbst finanziell unterstützt haben und indem Ihr mich für diese Aktion (und andere Flüchtlingsarbeit) tätig sein lasst.»

Pfarrerin Birke Müller

Weiterhin werden Freiwillige gesucht, welche helfen, die vielen Namen sichtbar zu machen.
Beim Namen nennen
07.06.2021
9 Bilder
Fotograf/-in
Birke Müller