Wiborada2021

Station 1 - Wiboradas Geschichte (Foto: Archiv)
Eine freiwillig eingeschlossene Frau!
Die St. Galler Stadtheilige
Entdecken wir heute wieder
Mitten im zweiten Corona-Jahr
Zwischen Abstand, Mundschutz und Kontaktverboten
Corona-konform.
Zwischen damals und heute
Wiborada ist die unbekannte, die fast vergessene St.Galler Heilige. Jahrelang lebte diese erstaunliche Frau strikt eingeschlossen, als «Inklusin», in einer Zelle bei der Kirche St. Mangen. Doch blieb sie durch ein Fenster allen Menschen zugewandt, die Rat suchten. Auch die Mönche des Klosters St.Gallen kamen regelmässig vorbei. Dank diesem Kontakt und den Visionen der Heiligen wurden die Stadtbevölkerung, der Klosterschatz und die Stiftsbibliothek beim Einfall der Ungarn gerettet – Wiborada, die ihre Klause nicht verlassen wollte, bezahlte mit ihrem Leben.

Zellenfenster sind geöffnet
Über tausend Jahre später, im Mai und Juni 2021, spüren zehn Männer und Frauen während jeweils einer Woche Wiborada von St.Gallen nach. In Einsamkeit, Abgeschlossenheit und Gebet suchen sie die Freiheit, die auch Wiborada schon entdecken konnte. Dazu ist eine Klause am historischen Ort der früheren Wohnstätte Wiboradas neu aufgebaut worden. Die heutigen «Inklusen und Inklusinnen» werden von Menschen aus St.Gallen und Umgebung versorgt und öffnen ihre Fenster zu festen Zeiten: täglich zwischen 12:30 bis 13:30 und von 17:30 bis 18:30 Uhr.

Im zweiten Corona-Jahr, das für tausende Menschen weltweit unfreiwilliges Eingeschlossen-Sein bedeutet, mag das überraschen. Aber Wiborada2021 sehen wir als «Zeichen der Zeit». Die Auseinandersetzung mit Wiborada, gerade unter den Vorzeichen von COVID19, lädt uns ein, über «Freiheit» und «Eingeschlossen-Sein» tiefer nachzudenken.

«In der Einsamkeit Gott suchen»
In der Kirche St. Mangen sind die Inklusen und Inklusinnen nicht allein. Der Stationenweg «In der Einsamkeit Gott suchen» lädt zum Beten, Meditieren, Hören, Riechen, Schreiben und Nachdenken während des ganzen Tages ein. Er ist ab 26.04.2021 täglich von Montag bis Samstag von 9 bis 18.00 Uhr geöffnet. Sie können ihn individuell besuchen.

Gebetszeit am Abend
Jeden Abend unter der Woche treffen sich Menschen von 18.30 bis 19 Uhr zur «Gebetszeit am Abend». Verbunden mit den Inklusen und Inklusinnen und allen betenden Menschen weltweit wollen sie eine halbe Stunde Gott widmen. Die erste Gebetszeit am Abend findet am Montag, 26.04.2021 statt. Auch Sie sind herzlich eingeladen, dazuzustossen oder auch selbst ein Gebet zu leiten. Jeweils am Freitagabend wird die Gebetszeit zusammen mit «klanghalt» gestaltet.

Öffentliche Vorlesungsreihe
Dank der Angebote unserer Partner kann Wiborada von ganz unterschiedlichen Seiten entdeckt werden. Die Hochschule St.Gallen HSG stellt ihre öffentliche Vortragsreihe im Frühjahr unter das Thema «Wiborada von St.Gallen – die vergessene Stadtheilige». Viermal finden Vorlesungen via ZOOM, mit einem anschliessenden digitalen Rundgang durch die Kirche St. Mangen statt.
Di, 27.04., Di, 04.05., Di, 11.05. und Di, 18.05.2021 von 9.30 bis 11 Uhr
Anmeldungen ab sofort unter: » hsg.events/oeffentlichevorlesungen. Sie erhalten dann die Zugangsdaten und weitere Informationen.

Die Stadtheilige als Patronin der Bibliotheken
Am Welttag des Buches 2021 liest die St.Galler Autorin Natacha Ruedin-Royon zum ersten Mal aus ihrem Gedichtband weihergespräche. siebzehn annäherungen an wiborada von st.gallen. Ihre Lesung wird musikalisch gestaltet von Ruth Bischofberger und erscheint als Tonaufnahme. Der Gedichtband ist ab dem 23. April in der Bibliothek Hauptpost erhältlich.

«schreib-halt» als kreative Psalmen-Werkstatt
«schreibhalt» in ein Worlshop-Format, bei dem unter Anleitung geschrieben, den historischen Psalmen-Schreibenden ihren Glauben abgelauscht und wesentlichen Worten auf den Grund gegangen wird. Gut möglich, dass aus der eigenen Feder neue Psalmen fliessen werden. Die «schreib-halt»-Workshops finden ab dem 28.04.2021 je nach Pandemie-Lage statt. Nähere Informationen: www.wiborada2021.ch/schreibhalt.

«Kirchenschätze» in St. Georgen
Neben der Kirche St. Mangen lebte und wirkte Wiborada lange in St. Georgen. Die kath. Kirche und die Krypta zeigen im Projektzeitraum die Ausstellung «Kirchenschätze» aus fünf Jahrhunderten und sind während der Zeit jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet. An zwei Freitagen gibt es eine Video-Installation auf Leinwand in der Kirche: Hier können Sie eine Führung zeitlich flexibel und individuell anschauen.

Über Wiborada2021
Wiborada2021 ist ein ökumenisch zusammengesetztes Team, das im Frühling 2021 in der Kirche St. Mangen und an anderen Orten in der ganzen Stadt St.Gallen Wiborada und ihr Wirken neu ins Bewusstsein rücken will. Wiborada2021 will allen Menschen einen Zugang zu dieser eher unbekannten Heiligen und spannenden Frau ermöglichen, neue Formen von Spiritualität fördern und die Zusammenarbeit mit kulturellen, politischen und touristischen Institutionen pflegen. St.Gallen bietet mehr als Gallus und Vadian – St.Gallen hat auch eine Wiborada!